Warum ich manchmal nicht schreibe

Manchmal schreibe ich nicht. Vielleicht ist es das Wetter oder aber die studentische Geldnot. Andererseits habe ich von dieser hübschen Brünette auch länger keine Nachricht mehr gekriegt. Die Gründe nicht zu schreiben, sind genauso gut oder genauso schlecht, wie jene um zu schreiben. Ich persönlich schreibe manchmal nicht, weil ich keine Ideen habe. Oder weil ich keine Zeit habe. Oder weil ich keine Lust habe. Oder weil ich betrunken bin.

Das seltsame ist, dass wenn ich eine gewisse Zeit nicht geschrieben habe, dann finde ich mich dieser ganz doofen Situation wieder, in der ich vor einem Blatt Papier sitze und mir fürchterlich lange überlege, was ich jetzt schreiben könnte. Um dieser unangenehmen Szenerie dann zu entfliehen gehen ich in den Garten und rauche eine Zigarette in der Hoffnung die Erleuchtung in den dunstigen Wolken zu finden, wie Wahrsager aus alten Zeiten. Aber die Literatur muss nichts wahrsagen, auch nicht wahr-schreiben. Der Autor nimmt es wahr, nimmt es auf, gibt es ab und stirbt mit dem letzten Schlusspunkt.

Aber zurück zum Nicht-Schreiben. Nicht-Schreiben ist gänzlich etwas anderes wie schreiben, jedenfalls so wie ich es sehe. Obwohl es das Gegenteil vom Schreiben an und für sich ist, funktioniert es nach völlig anderen Maßstäben und ich denke es beinhaltet auch andere Dynamiken. Beim Schreiben, da ist man bei der Sache selbst, Wort für Wort. Beim Nicht-Schreiben ist es vielleicht der Versuch, dem Wort-für-Wort-Spiel zu entkommen. Ein Abbau von Sprache – das Ausradieren eines Bleistift-Aufsatzes beginnend mit dem letzten Punkt. Aber ich schweife ab, denn ich wollte ja eigentlich darüber schreiben, wie ich manchmal nicht schreibe. Nicht-Schreiben ist mehr wie die Absenz vom Schreiben, mehr wie die pure Vernachlässigung produktiver Arbeit im Rahmen eines Textes. Wenn ich abends müde von der Uni nach Hause komme, dann habe ich möglicherweise eine zündende Idee und möchte mich sofort und ohne Verzögerung vor meinen Schreibtisch setzen und anfangen. Aber manchmal fehlt der mir der Kopf bei der Sache. Als ob mein Gehirn nicht mehr dazu in der Lage wäre, in diesen für mich mystischen Zustand des automatischen Schreibens zu kommen und dabei immer noch Kohärenz, Stil und Spannung in den Text hineinzubringen. Oder dies sei alles noch möglich, wobei die Krux an der Sache ist, dass ich meine Arme nicht richtig unter Kontrolle habe, weil ich vom Krafttraining noch ausgelaugt bin. Leere im Körper und Leere im Kopf, sind wohl, nebst der fehlenden Inspiration, meistens daran „schuld“, dass ich manchmal nicht schreibe.

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